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Das Aufgabenspektrum der Feuerwehren ist breit und wächst stetig. Ein wichtiger Teil in der Feuerwehrarbeit ist auch die Absturzsicherung. Hierfür trainierten am Wochenende die Einsatzkräfte aus Trebur und Astheim den Ernstfall an einem Baukran und dem Übungsturm der Rüsselsheimer Feuerwache. Für nervenschwache und Menschen mit Höhenangst ist diese Arbeit sicherlich weniger geeignet. Courage, Kraft und Konzentration sind die wichtigsten Voraussetzungen für diesen Job. Bevor es aber in die Praxis ging erfolgte ein theoretischer Teil. Feuerwehrmann und stellvertrender Treburer Wehrführer Thomas Frielingsdorf erläuterte den Teilnehmern die verschiedenen Techniken und Geräte der Absturzsicherung. Dazu gehören zwei Gerätesätze mit sogenannten "Dynamikseilen", verschiedene Bandschlingen und Auffanggurte, die alle eine Reißkraft von mehr als zwei Tonnen aufweisen müssen. Handschuhe, Gurtzeug, Karabinerhaken und Kantenschutz sind weitere wichtige Hilfsmittel. Wie im alpinen Extremsport schützt man sich auch bei der Feuerwehr durch Hüft- und Brustgurte sowie Verankerungsknoten in regelmäßigen Abständen, während Einsatzkollegen am Boden die Sicherung der Leinen übernehmen und Hinweise erteilen. Bereits vor vielen Jahren erkannte man im Bergsport die tödlichen Gefahren des Anseilens um den Bauch. Im weiteren Verlauf entwickelte sich die Anseiltechnik von der Stranguliertechnik bis zum heutigen sicheren und bequemen Sitz- oder auch Hüftgurt, der für maximale Sicherheit häufig noch mit einem Brustgurt ergänzt wird.. Das starre Hanfseil wandelte sich in der Zeit zum dynamischen Kernmantelseil, durch das ein Sturz wesentlich sanfter und sicherer auffangen und schwere Verletzungen vermeiden kann. Zum Abschluss ihrer Ausbildung konnten die Teilnehmer das Gelernte gemeinsam in einer praktischen Übung demonstrieren. An einem Baukran fanden sie dafür ideale Bedingungen. Nicht nur das sicher Aufsteigen am Gittermast bis in eine Höhe von etwa 15 Metern erforderte volle Konzentration, sondern auch das eigene regelmäßige Absichern. Bei diesem Übungsobjekt wird die Höhe sehr intensiv wahrgenommen, bestätigten alle Teilnehmer. Oben angekommen wartete noch eine besondere Mutprobe auf die Teilnehmer. Sie sollten loszulassen, um nur noch im Seil zu hängen. Dabei gilt es großes Vertrauen zu den Kollegen am Boden und in die Technik zu entwickeln, was für die mutigen Retter aber kein Problem darstellte. Zum Einsatz kommt die Absturzsicherung in Situationen, an denen ein Absturz von Einsatzkräften oder Personen nicht ausgeschlossen werden kann. Beispielsweise bei der Sicherung eines sturmgeschädigten Baumes oder Daches, bei Kaminbränden, oder eben bei einem erkrankten Kranführer. Bei letztem Beispiel ist die Aufgabe jedoch nur zum Kranführer vorzusteigen und diesen zu sichern sowie ersthelferische Maßnahmen durchzufühern. Es ist nicht die Aufgabe der Absturzsicherung, diese Person freihängend im Seil nach unten zu befördern, denn dies ist Aufgabe der Höhenrettung, betonte Frielingsdorf. Diese wird durch den hohen Zeitaufwand in der Ausbildung meist nur durch Berufsfeuerwehren gestellt. Sollte der Kranführer aus eigener Kraft absteigen können, so fällt dies wieder in den Bereich der Absturzsicherung. Anschließend an die Übung folgte noch eine Nachbesprechung, um die Erkenntnisse zu festigen. Das Seminar will Frielingsdorf noch mehrmals anbieten, um die erlernten Fähigkeiten weiter zu festigen und um weitere Kollegen der Gemeindefeuerwehren mit der Absturzsicherung vertraut zu machen. (dm)

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