
Hessisches Innenministerium kürt Treburer Wehr zur „Feuerwehr des Monats“
Sinkende Mitgliederzahlen sind ein Problem vieler Freiwilliger Feuerwehren. Nicht aber für die Treburer Wehr: Diese wurde am Montag für ihre Werbe- und Öffentlichkeitsmaßnahmen vom Hessischen Innenministerium als „Feuerwehr des Monats“ ausgezeichnet.
Sechs neue Aktive hat die Wehr in diesem Jahr bereits gewonnen – fast allesamt Quereinsteiger. Auch die anderen Abteilungen der Feuerwehr verzeichnen seit Jahren Zuwächse. Dieser Trend ist Ergebnis der Öffentlichkeitsarbeit und der Werbemaßnahmen, betonte Staatssekretär Werner Koch. „Ein solch starkes und vor allem kontinuierliches Engagement habe ich in meiner Amtszeit noch nicht erlebt. Was hier gemacht wird, ist etwas ganz besonderes und hat ein positives Alleinstellungsmerkmal.“
Die Redaktionskonferenz habe die Entscheidung für Trebur aus drei Gründen getroffen. Der erste Aspekt war, dass sich die Wehr nicht direkt für den Titel beworben hatte. Eine Bürgerin, deren Name unbekannt ist, hatte das Innenministerium auf die Wehr aufmerksam gemacht. Das Ministerium stellte den Kontakt zur Wehrführung her und wies diese auf den Wettbewerb hin, sagte Koch. Die Wehr bewarb sich und erhielt die erfreuliche Antwort.
Ein weiterer Punkt sei der Feuerwehrkalender, der überregionale Bekanntheit erreicht habe. Koch hatte sogar zehn Euro mitgebracht, um sich den nächsten Kalender zu sichern. An diesem wird derzeit gearbeitet. Koch bekam einen Kalender von Wehrführer Jürgen Möbus versprochen. „Die Kalender sind nicht nur kreativ, sondern auch mit viel Herz gemacht“, lobte Koch.
Als dritten Punkt nannte Koch Veranstaltungen in Feuerwehrregie, aber auch Veranstaltungen im Ort, bei denen die Wehr präsent ist. Ob Modenschau bei Spass uff de Gass, Christbaumverbrennen, Nachkerwefrühschoppen, Rockland-Party oder als Fachkräfte im Brandsicherheitsdienst: Wann immer etwas los ist, ist die Feuerwehr dabei, lobte Koch.
Öffentlichkeitsarbeit gewinnt immer mehr an Bedeutung, um Mitglieder anzuwerben, das Ansehen und Image zu verbessern und um Präsenz und damit Bewusstsein für die Arbeit der Feuerwehr bei den Bürgern zu gewinnen. Die Feuerwehr biete viele Reize, die ans Volk gebracht werden müssten, erklärte Koch.
Retten, Löschen, Bergen und Schützen sei das „Standardprogramm.“ Die Öffentlichkeitsarbeit könnte man als fünftes Standbein sehen, fand er. Viele würden Maßnahmen nach kurzer Zeit bereits wieder einstellen, wenn der Erfolg ausbleibe. Die Treburer Wehr hingegen sei kontinuierlich bemüht, für ihre Arbeit zu werben, sagte Koch.
Begonnen hatte die Öffentlichkeitsarbeit bereits 1996, wie Wehrführer Möbus berichtete. Mit einer Monatschronik im Gemeindeboten wird die Arbeit seitdem näher gebracht. Ab 2007 gibt es zudem Plakataktionen, den Rauchmeldertag, einen Projekttag im Neubaugebiet und viele weitere Aktionen. Lobesworte erhielt auch Fotograf Dennis Möbus, der nicht nur Pressesprecher der Treburer Einsatzabteilung, sondern auch für die ECHO-Zeitungen tätig ist und „erst so manches Projekt ins Rollen brachte und auch am Laufen hielt“, wie der Wehrführer betonte. Dazu zählt vor allem der Feuerwehrkalender, der allein im vergangenen Jahr 2400 Euro für das Kinderhospiz Bärenherz einbrachte.
Viel Interesse findet auch die 2009 gegründete Bambinifeuerwehr, die 31 Kinder in zwei Gruppen beherbergt und mittlerweile eine Warteliste braucht. Ohne Mithilfe des Fördervereins seien die Jugendabteilungen sowie die Werbemaßnahmen nicht stemmbar, dankte Möbus den Unterstützern. Dazu zählte beispielsweise die Anschaffung einer 15 000 Euro teuren Containeranlage, die Vorsitzender Christian Scherer hervorhob.
„Mit der Auszeichnung haben wir die Anerkennung für unsere Arbeit schwarz auf weiß. Mit so einem tollen Team mache ich mir keine Sorgen um die Zukunft“, betonte Scherer. Schließlich werde auch etwas für den Zusammenhalt in der Gruppe, abseits der Ausbildungs- und Übungseinheiten, getan. Familienausflüge, Grill- und DVD-Abende etwa werden für alle Abteilungen angeboten.
Erste Auszeichnung im Kreisgebiet
Die Treburer Wehr war die erste ausgezeichnete Wehr im Kreis. Dass die Wehr besondere Bedeutung für den Kreis habe und Vorbild sei, betonte Kreisbeigeordneter Walter Astheimer. „Es ist schön, dass die Wehr so weit aufgestiegen ist“, betonte indes Bürgermeister Jürgen Arnold, der Organisation, kreative Ideen und das Engagement lobte. Die Feuerwehr sei die größte und älteste Bürgerinitiative in der Gemeinde.
Seit 2007 wird die Feuerwehr des Monats vom Innenministerium als „Dank der Landesregierung“ ernannt. In Hessen gibt es rund 2600 Freiwillige Feuerwehren. „Auf die Auszeichnung kann man stolz sein“, betonte Staatssekretär Werner Koch. Einen weiteren Erfolg kann die Wehr übrigens im November feiern – dann folgt die nächste Auszeichnung. Die Treburer Retter haben mit ihren Werbekonzepten den dritten Platz beim Hessischen Feuerwehrpreis gewonnen und werden von Innenminister Boris Rhein in Frankfurt ausgezeichnet.
(Quelle: jaf, Rüsselsheimer Echo, 19.Oktober 2011)
Presseberichte zur Ehrung
Rüsselsheimer Echo
Main-Spitze
Website des Innenministeriums
Weiterführende Links zu unseren Aktionen
Feuerwehr spendet 2400 Euro an Hospiz
Treburer Feuerwehrkalender 2011
Fünf neue Aktive für die Einsatzabteilung
Rockland-Party
Christbaumverbrennen
Rauchmelder-Infoabend
Feuerwehr informiert bei Rewe-Jubiläum
Brandschutzerziehung im Kindergarten
Container für die Jugendabteilung
Amüsante Plakataktion im Ortskern
Vorführung bei Spass uff de Gass
Wer auch Interesse an der Arbeit in einer unserer aktiven Gruppen hat, kann zu folgenden Übungszeiten gerne vorbeischauen:
Einsatzabteilung: Dienstag, 20.00 Uhr.
Jugendfeuerwehr: Dienstag, 18.00 Uhr.
Bambinifeuerwehr: Donnerstag, 17.30 Uhr.
Wir freuen uns auf Sie.
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