

Feuer im Astheimer Bürgerhaus: dies war die realistische Grundlage einer großangelegten Übung der freiwilligen Gemeindefeuerwehren, die erstmals in dieser Form vor wenigen Tagen stattfand. Der Fokus lag hauptsächlich auf der praktischen Erprobung eines neuen Atemschutzkonzeptes, das kürzlich in den Treburer Feuerwehren eingeführt wurde. Das neue Konzept soll für bessere Kommunikation und Vereinheitlichung bei ortsteilübergreifenden Einsätzen sorgen. Beispielsweise ermöglichen es neue farbige Anhängeschilder die Atemschutzgeräteträger (AGT) verschiedener Feuerwehren schnell und gut erkennbar einzuteilen und anzusprechen.
In der ersten Phase der Übung startete die Astheimer Feuerwehr mit dem Atemschutzeinsatz im Bürgerhaus. Die Kräfte aus Trebur rückten kurz danach an und unterstützten ihre Kollegen. Im Übungsszenario breitet sich das Feuer wenig später weiter aus und das Meldebild wird erhöht, weshalb weitere Einsatzkräfte benötigt werden. Schnell wird die großräumige Einsatzstelle unübersichtlich, weshalb mehrere Abschnitte mit eigenständigen Führungspersonen gebildet werden, um den Gesamteinsatzleiter zu entlasten und für bessere Koordination zu sorgen. Nachdem die AGT aus Geinsheim und der Hessenaue angerückt sind, wird eine zentrale Atemschutzüberwachung mit einem Sammelplatz eingerichtet. In der Überwachung werden die im Einsatz befindlichen Geräteträger von aussen verfolgt; das heißt der Flaschendruck und der Standort im Brandobjekt werden regelmäßig über Funk abgefragt und damit die restliche Einsatzzeit ermittelt. Währenddessen werden Leitern gestellt und weitere Schlauchleitungen verlegt. Auch im Inneren des Gebäudes geht es koordiniert zu: dort suchen die Angriffstrupps die verschiedenen Räume nach vermissten Personen ab. Nach der Durchsuchung werden die Räume mit Flatterband markiert, damit kein Raum doppelt durchsucht wird und dadurch wertvolle Zeit verloren geht. Plötzlich hallt es "Mayday, Mayday" aus den Funkgeräten. Es gab einen Zwischenfall. Nun herrscht absolute Funkstille, nur der betroffene Trupp darf jetzt Sprechen. Ein Feuerwehrmann unter Atemschutz hat sein Bewusstsein verloren und muss durch einen Sicherheitstrupp, der im Freien bereits bereit steht gerettet werden. Der Zwischenfall gehörte selbstverständlich auch nur zum Übungsablauf, ist jedoch keineswegs abwegig.
Wenn ausreichend Personal am Einsatzort vorhanden ist, sollen in Zukunft immer Trupps aus drei, statt wie gewöhnlich zwei Feuerwehrleuten gebildet werden, um für noch höhere Sicherheit zu sorgen. Bei der Abschlussbesprechung im Astheimer Gerätehaus hörte man nur Positives: aus Sicht der Einsatzleitung war die Übung ein voller Erfolg. Obwohl der Einsatzablauf sehr komplex war, verlief er ohne Komplikationen. "Es lief sehr diszipliniert, nahezu fehlerfrei und erfolgreich ab. Auch der Funkverkehr habe sehr zufriedenstellend funktioniert", zog Gemeindebrandinspektor Dieter Mann sein Fazit. 66 Einsatzkräfte nahmen insgesamt an der Übung, die als erste von vier Gemeinschaftsübungen der Ortsteile in diesem Jahr diente, teil. (dm)
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