
Unfall im freien Feld: Ein PKW kommt am Dienstagabend von einem Betonweg ab, überschlägt sich und bleibt schließlich auf dem Dach in einem Feldgraben liegen. Im Fahrzeuginneren befindet sich eine junge Frau, die durch den Unfall schwer verletzt eingeklemmt wurde. Einsatz für die Treburer Feuerwehr. Glücklicherweise nur zu Übungszwecken. Der Opel Meriva, ein ausgedientes Testfahrzeug konnte Hans-Dieter Zentgraf, Opel-Sicherheitsexperte im Ruhestand von dem Rüsselsheimer Autohersteller zu Übungszwecken gewinnen. Die Schwierigkeit der Übung lag in der Situation. Selten ist ein Fahrzeuginsasse eingeklemmt, während das Auto auf dem Dach liegt. Den Verletzten dann aus dem Fahrzeug zu befreien ist kompliziert und benötigt durchdachtes Vorgehen. Kopfüber hängt die Verunfallte, gespielt durch einen Dummy im Sitz, nur der Gurt hält sie noch fest im Sitz. Während die Generatoren anspringen und Schere und Spreizer das Autoblech zu verbiegen beginnen sitzen bereits zwei Kameraden im Fahrzeug und betreuen das Unfallopfer. Das Metall kracht und knirscht. Auch die B-Säule muss komplett entfernt werden, damit die Person möglichst schonend aus dem Wrack gerettet werden kann. Dabei muss beispielsweise auch beachtet werden, dass nicht versehentlich der darin befindliche Gurtstraffer durchtrennt wird. Zeitgleich werden um das Fahrzeug Schläuche ausgerollt und angeschlossen - der Brandschutz wird hergestellt. Mit einem ungefüllten Schlauch wird das Opfer fixiert, damit es beim Durchtrennen des Gurtes nicht unkontrolliert nach unten stürzt und sich eventuell noch weitere Verletzungen zuzieht. Mit vereinten Kräften tragen die ehrenamtlichen Retter die junge Dame vorsichtig aus dem Fahrzeug und legen sie auf eine Rettungstrage. Geschafft. Ganz zu Ende ist die Übung jedoch noch nicht. Mit einer Seilwinde wird nun der Unfallwagen durch das Tanklöschfahrzeug auf die Räder zurückgedreht. Zur Überraschung aller springt der Testwagen nach der Übung sogar noch an. Die gemeinsame Nachbesprechung ergab, dass die Rettung sehr schnell und professionell durchgeführt wurde. Nur 17 Minuten hat es gedauert die Person trotz der schwierigen Lage zu befreien. Eine Spitzenzeit, wie Übungsleiter Jürgen Möbus betonte. (dm)
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