StartseiteAktuellesEinsatzabteilungJugendfeuerwehrVereinInformationenPressearchivKontaktIntern








Zwei Feuerwehrmänner kommen schweißgebadet, erschöpft, aber dennoch erleichtert aus einem kleinen Raum – sie haben den Durchgang durch die Atemschutzstrecke überstanden. Männer der Treburer Feuerwehren absolvierten diese Prüfung am Donnerstagabend in Groß-Gerau. Sie ist Pflicht für Atemschutzgeräteträger (ATG). Um ein solcher zu werden, absolvieren Feuerwehrleute einen mehrwöchigen Lehrgang und beweisen ihre Tauglichkeit für den Einsatz unter schwierigen Bedingungen: Wo sie hingehen, vergiftet Rauchgas die Luft, ist es heiß und herrscht häufig schlechte Sicht. Atemtechnik und Belastbarkeit werden einmal jährlich auf der Atemschutzstrecke getestet. Dafür gibt es keine zeitliche Vorgabe. Begrenzender Faktor ist lediglich der Atemluftvorrat von 1600 Litern. Im Schnitt benötigen die Feuerwehrleute zwischen 20 und 25 Minuten für die gesamte Prüfung. Die erste Aufgabe besteht darin, ein 25 Kilogramm schweres Gewicht 15 Mal über einen Seilzug in etwa zwei Meter Höhe zu ziehen. Hat der Feuerwehrprüfling die Aufgabe geschafft, gilt es, 125 Meter auf dem Laufband zurückzulegen. Das war aber nur das "Aufwärmen". Die eigentliche Atemschutzstrecke befindet sich in einem speziellen Raum. Die Prüflinge müssen sich dort in voller Montur durch ein enges Labyrinth aus Gitterkäfigen bewegen. Der Raum ist auf 120 Grad erhitzt, vernebelt und absolut dunkel. Kindergeschrei, Sirenen und andere Geräusche dröhnen aus einem Lautsprecher und bilden so eine Geräuschkulisse wie bei einem echten Einsatz. 50 Meter müssen die Probanden in der heißen Dunkelheit zurücklegen und dabei die Ebenen wechseln. Zwischendurch müssen sie sogar das Atemschutzgerät kurz abgelegen und durch ein enges Rohr kriechen. Ein speziell ausgebildeter Atemschutzwart überwacht von einem Bedienpult aus alle Geräte und die dunkle Strecke mit einer Wärmebildkamera am Bildschirm. Sollte ein Feuerwehrmann in einem Käfig zusammenbrechen und medizinische Hilfe brauchen, kann der Überwacher den Raum binnen kürzester Zeit vom Nebel befreien. Wenn die Atemschutzgeräteträger diese Aufgabe gemeistert haben, beginnt der zweite Teil der Fitnessprüfung. Nach kurzem Verschnaufen gehen die Männer erneut auf ein Laufband und legen wieder 125 Meter zurück, danach wuchten sie zum zweiten Mal das Gewicht in die Höhe und steigen zum Finale auf eine Endlosleiter mit einer Höhe von 15 Metern. Die Sprossen dieser Leiter bewegen sich schnell, so dass der Feuerwehrmann/die Feuerwehrfrau die letzten Kraftreserven mobilisieren muss. Die Endlosleiter markiert zugleich das Ende der Prüfung. Alle Daten, wie zum Beispiel der Verbrauch der Atemluft, werden genau protokolliert. Insgesamt gibt es etwa 60 Atemschutzgeräteträger in der Großgemeinde, welche nach und nach die Leistungsprüfung in Groß-Gerau absolvieren.

Alle Rechte auf Bildern, Texten und Links liegen bei den Autoren der Seite 2001-2007
Internet-Team der Feuerwehr Trebur